Project start: August 2014

EPP SU-26 V2 Shockflyer



Den Einstieg in die Welt der Shockflyer begann ich mit einer nachgebauten Extra 300 aus Saarpor.
Ganz so schön wie erwartet flog sich das Teil aber leider nicht und das ewige Kleben des leicht brüchigen Materials machte es auch nicht besser.
Wenn es um Bruchfestigkeit im Modellflug geht ist EPP (Expandiertes Polypropylen) ganz oben mit dabei. Der Preis ist allerdings deutlich höher als das von mir bisher verwendete Saarpor (mein Depron Ersatz).
So stieß ich auf die SU-26 von modellbau-joost. Den Preis find ich voll in Ordnung, da man nur für das EPP alleine schon über 20€ zahlen würde.

Hier zu sehen, alles was sich in dem Paket befand: zwei 390mm x 880mm große und 9mm dicke EPP Platten mit den Einzelteilen, sowie ein Beutel mit Carbonstangen (insgesammt 4,5m mit 1,6mm Dicke und 50cm in 2mm Dicke), Rovings zum verbinden zweier Carbonstangen und die Landeräder.


Zuerst musste ich alle Teile aus den EPP Platten lösen. Entgegen der Anleitung hab ich mich dazu entschieden, das EPP vor dem Zusammenbau zu Lackieren. Das Lackieren mit handelsüblichem Sprühlack war überraschend einfach, lediglich das Abkleben war etwas mühselig, da normales Klebeband nicht so recht auf dem EPP halten will.


Um oben und unten des Fliegers leichter unterscheiden zu können wurde der Rumpf von unten Anthrazitgrau. Das etwas dunklere Gelb nennt sich "Signalgelb".
Hier sind auch schon die Carbonstangen zu erkennen, die ich brav nach Anleitung in die Flächen eingeklebt hab.


Um dem Streifenmuster etwas mehr Kontrast zu verleichen wurden die Kanten mit einem Schwarzen Edding nachgezogen.


Und von der Seite


Nachdem die untere Rumpfhälfte mit den Tragflächen, Höhenleitwerksflossen sowie dem vorderen Rumpfteil verklebt waren (Hauptsächlich Uhu-Por, an den äßeren Kanten aber teilweise auch etwas Heißkleber) konnte die EPP Torsionsverstärkung (kein Depron wie in der Anleitung beschrieben) an beide Seiten mit Uhu-Por angeklebt werden. Etwas Heißkleber musste aber nachträglich doch noch dran, da sich die Teile an den Klebestellen selbst zu viel bewegen konnten, Uhu-Por eben.


Weiter gehts mit dem Fahrwerk. Einfach nach Anleitung, passt.


Auch die Tragflächenstreben waren relativ schnell eingeklebt.


Die Ruder hab ich hier auch nach Anleitung mit einer Uhu-Por Raupe angebracht, zusätzlich aber noch mit zwei kurzen streifen Glasfaserklebeband (auf der Klebeseite mit etwas Uhu-Por bestrichen) auf der Oberseite abgesichert.
Nachdem Quer- und Höhenruder fest saßen konnte nun die obere Rumpfhälfte angebracht werden. Hierbei hab ich etwa 50/50 Uhu-Por und Heißkleber verwendet (nur Heißkleber könnte mit der Zeit etwas aufs Gewicht gehen).
Zu guter Letzt noch das Seitenruder angebracht, sowie den Hecksporn aus 1,6mm Carbonstab. Damit der Hecksporn nicht so über den Boden kratzt hab ich noch ein Stück Kabelisolierung drüber gezogen.


Dann ging es an den Einbau der Komponenten.
Zuerst den Motor (hier der Turnigy 3020 1800Kv). Da es nachher schwieriger ist den Schwerpunkt nach vorne zu verlagern als nach hinten, hab ich den Motor auch ans vorderste Ende angebracht. Um zudem aber Motorsturz, sowie Seitenzug verändern zu können ist der Motor an der CFK Befestigung nur mit Kabelbinder an einem dahinterliegenden Kreuz aus 1,6mm Carbonstangen festgemacht.


Linkes Bild: Motorsturz, der Motor soll etwa 2° nach unten Zeigen.
Rechtes Bild: Motorzug/Seitenzug, da ich einen linksdrehenden Propeller (von vorne betrachtet im Uhrzeigersinn) verwende (üblicher ist wohl Rechtsdrehend) muss der Motor um ein paar Grad nach links geneigt werden. Bei Verwendung eines rechtsdrehenden Propellers natürlich entsprechend nach rechts neigen.


Die Anlenkungen an den Rudern bestehen jeweils aus einem 3cm langen 1,6mm Carbonstab, der mit Sekundenkleber in einem 45° Winkel in das EPP gestochen wurde. Davor ist ein 10mm langes Reststück Carbonflachstab angeklebt. Das ganze ist mit einem großzügigen Klecks Epoxykleber zusätzlich fixiert.


Bei dem Seitenruder hab ich leider zu spät bemerkt, das die Anlenkstange mit dem Höhenruder kollidieren kann. Hier war es im Endeffekt leichter, das entsprechende Stück aus dem Höhenruder auszuschneiden und dieses durch etwas Carbon wieder zu versteifen.


Die Gelenke bestehen, wie in der Anleitung empfohlen, aus Schrumpfschläuchen. Hierbei musste ich unterschiedliche Schrumpfschlauchgrößen verwenden. Der Servo für die Seitenruder ist hier übrigens ein HXT 900.


Im linken Bild sind die 5g Servos (HXT 500) für das Höhen- und Seitenruder zu sehen. Leider gingen mir am Ende die 1,6mm Carbonstäbe aus, sodass ich auf den letzten 5cm zwei zusammenkleben musste. Da die Rovings natürlich auch schon aufgebraucht waren nahm ich hier einfach Stopfgarn mit Sekundenkleber.
Selbst die kleinen 5g Servos müssen so weit wie möglich vorne eingebaut werden, dadurch werden die Anlenkstangen ebenfalls längen und können sich bei Belastung etwas biegen. Damit das nicht passiert sind werden die Carbonstangen über leicht angezogene Kabelbinder am Rumpf gehalten.


Viel fehlt ja nicht mehr. ESC und der LemonRX Empfänger sind ebenfalls sehr weit vorne an der Unterseite mit Kabelbinder bzw Klettband angebracht. Die Servo- und Motorkabel hab ich hierbei passend gekürzt.
Der 2S Lipo wird auf der anderen Seite mittels Klettband einfach drangepappt.


Der Schwerpunkt soll laut Anleitung 87mm von der Nasenleiste liegen, das ist der Abstand zwischen der in folgendem Bild eingezeichneten roten und blauen Linie. Erstaunlicherweise passt der Schwerpunkt ohne Hinzufügen von Gewichten. Der Schwerpunkt kann um ein paar Millimeter durch verschieben des Akkus angepasst werden.


Und da steht sie, bereit zum Erstflug. Flugfertig (mit 370mAh 2S LiPo) wiegt sie 220 Gramm.


Was soll ich sagen? Sie fliegt und das echt gut. Abstürzen kann der Haufen EPP eigendlich nicht, es gleitet vielmehr wie eine Feder zu boden. Dementsprechend ist sie auch etwas Windanfällig und wird bei leichten Böen schon mal etwas abgedrängt.
Mit dem sonstigen Flugverhalten bin ich aber wirklich sehr zufrieden, kein Vergleich zu meinem ersten Selbstbauversuch.

Der Stromverbrauch beläuft sich bei etwa 7.4V (2S) mit einem 8"x4.5" Prop bei 12.1A (100%) bzw. 5.1A (50%). Die Flugzeit liegt somit bei einem ~500mAh 2S um die 5 Minuten. Empfehlen würde ich einen etwa 800mAh Lipo.