Boscam CM205


Nachdem ich mir den V949 Mini Quadcopter gekauft und auf Multiwii umgebaut hatte kam (nicht zuletzt inspiriert durch die FPV-Community und RCGroups Threads) die Idee mit diesem FPV zu fliegen.
Die dort verwendete Boscam CM205 FPV Kamera inklusive 5.8Ghz Transmitter bestellte ich mir also bei SDSHobby.
Was die CM205 neben ihrer Maße interessant macht ist die Kompatibilität zu SkyRF (z.B. RC305), somit kann ich meine 5.8Ghz Receiver ohne Probleme verwenden.
Allerdings ist ein wenig Modding nötig, um den Minisender unter einem Mini- oder Microcopter an einem 1S Lipo betreiben zu können.

In dem Stecker befindet sich ein 3,3V Stepdown Schaltregler, dieser wird weiterhin benötigt und muss aus dem Plastikguss herausgeschnitten werden.
Weiterhin braucht es einen 5V Stepup (z.B. den kleinen Pololu U3V12F5 oder Pololu NCP1402) um die 3V bis 4,2V des 1S Lipo für den 3,3V Stepdown auf 5V hochzuregeln.

Etwas verwirrend, hier mal ein bisschen mit Paint verdeutlicht:

Der 5V Stepup ist notwendig, da der anschließende 3,3V Stepdown erst ab einer Eingangsspannung von mindestens 3,3V arbeitet. Der 1S Lipo kann aber wenn er leer ist im Flug kurzzeitig an die 3,3V Grenze kommen wodurch das Videobild ausfallen kann.

An dieser Stelle möchte ich schonmal vorwegnehmen, dass die erste Kamera kurz vor der Fertigstellung ihren Geist aufgegeben hat (Kamera sendet nur noch Rauschen ohne Sync). Beim zweiten Versuch hatte ich mehr Glück. Die folgenden Bilder sind nicht ganz in der Reihenfolge wie sie gemacht wurden und Teilweise von beiden Umbauaktionen gemischt, ich hoffe dadurch wird der Umbau besser nachvollziehbar.

So sieht das Teil aus. Kamera sowie der Sender befinden sich in dem kleinen Kasten; der 3,3V Stepdown ist in dem Stecker eingegossen.

3,3V Stepdown



Diesen Schaltregler gilt es nun zu befreien. Dazu schneidet man am besten mit einem scharfen Messer entlang der "Naht" auf beiden Seiten. Die äußere Gummihülle lässt sich danch auseinanderziehen und abreißen bzw abschneiden.


Der 3,3V Stepdown ist allerdings noch eingegossen in schwarzem oder durchsichtigem Plastik.


Der Plastikguss geht leichter ab, wenn man an den Seiten der Platine vorsichtig anfängt, sodass er nachher über den Bauteilen hinweg abgezogen werden kann.
Die Lackdrähte hab ich einfach mal mit abgeschnitten, da das Kabel später eh gekürzt wird. Man sollte sich allerdings merken wo welche Farbe dran gehört. Rot ganz aussen (im Bild oben), in der Mitte dann Gelb ebenfalls für die 3,3V Spannungsversorgung und unten Grün und Blau zusammen an GND.


Nachdem die Kabel ab sind muss noch der Stecker dran glauben.


Die Kamera



Als nächstes gehts an den Sender. Das Plastikgehäuse besteht aus zwei Hälften. Es reicht die Folie auf beiden Seiten einzuschneiden und die Teile sanft auseinander zu hebeln.


Hier in paar Bilder von allen Seiten. Verbaut ist ein RTC6705 wie er auch auf dem 10mW Foxtech Sender zu finden ist.


Nachdem die Isolierung von den Kabeln abgezogen ist können diese auf etwa 2cm gekürzt werden (falls man die Spannungswandler kompakt an der Kamera anbringen möchte). Die Lackdrähte lassen sich an den Enden gut mit einem Feuerzeug vom Lack befreien, danach den Ruß etwas abkratzen, verzinnen und wieder an den 3,3V Schaltregler löten.


Der Eingang des Stepdown wird mit dem 5V Ausgang des Stepup Reglers verbunden. Die Kabel hab ich im nachhinein um einiges mehr gekürzt (siehe nächstes Bild).


GND und VIN des Pololu Stepups werden herausgeführt und später mit dem 1S Lipo verbunden. Damit die Spannungsregler und die Kamera sich nicht untereinander kurzschließen sollten diese in Schrumpfschlauch oder Isolierband eingepackt werden.


Lens D

Wer mit dem Teil ernsthaft was anfangen will, sollte auf eine Linse mit weiterem Winkel umbauen. Mit ca. 42° in der horizontalen (nachgemessen) ist die original Linse doch recht begrenzt im Sichtfeld, was den FPV Spass deutlich mindert.
Besser ist da die so genannte "Lens D" mit 120°, welche als Linse inklusive Kameramodul für die 808 #16 Keychain Kamera angeboten wird. Ich hab mir solch eine bei Ebay aus Übersee bestellt.

Hier die Linse. Das Modul ist für die CM205 nicht zu gebrauchen und wird daher von der Linse abmontiert.


Dazu die Klebetropfen zwischen Gewinde der Linse und dem Modul vorsichtig abkratzen bis sich die Linse herausdrehen lässt.


Ebenso geht man bei der Linse der CM205 vor. Rechts ein Vergleich der beiden Module und Linsen (CM205 [unten] und 808 #16 [oben]).


Da das Gewinde der Lens D bei weitem zu groß ist um in das CM205 Kameramodul zu passen wird es einfach darauf befestigt. Die kleine Glasscheibe auf der Innenseite muss dazu entfernt werden.
Desweiteren musste ich das Plastik des Moduls etwas kürzen, da das Scharfstellen nicht möglich war. Einfach austesten und ggf vorsichtig korrigieren.


Da die Linse von selbst nicht hält wird sie mit Schrumpfschlauch befestigt. Mit einem Kabelbinder über dem Gewinde sollte die Linse auch im Flug nicht mehr rausfallen.


Nachtrag 1.6.2014: Es empfiehlt sich, das Kameramodul mit Epoxy an den Platinen dahinter festzukleben. Durch Vibrationen und leichte Aufschläge mit der schweren Linse vorne dran kann es schnell passieren, dass das empfindliche Flachbandkabel bricht. Ich nehme an, dass das der Grund für den Defekt meiner 2. CM205 war (siehe weiter unten).

B-Band

Da das Modul schon mit unter 25mW bei 5.8Ghz in Deutschland von der Leistung her legal ist, kann man es auch gleich vom E in das erlaubte B-Band umlöten.
Bereits bekannt von dem 10mW Foxtech Sender einfach den BX (Pin 4) auf GND Brücken.

Eine sehr dünne Litze ist dazu nötig und wird direkt an den RTC6705 gelötet.
Das andere Ende kann mit einem der Kontakte des DIP-Schalters auf selbiger Seite verbunden werden (diese sollten alle auf GND liegen).


Nun kann alles in Schrumpfschlauch und/oder Isolierband eingepackt werden.


V949 FPV



Zum Testen direkt mal unter den gemoddeten V949 montiert.
Ergebnis: Läuft


Etwas besser finde ich es mit der Kamera unter dem Akku. Da der Akku den Funk stark nach unten abschirmt. Allerdings muss so bei jedem Akkuwechsel die Kamera mit abmontiert werden.


Cloverleaf



Mit dem kleinen Stück Draht als Antennne reichte der Empfang (mit Cloverleaf am Empfänger) keine 50m weit. Der Stummel ist übrigens etwa 16-17mm lang, keine Ahnung was für ein Bruchteil der Wellenlänge das sein soll.


Erstmal die Stabantenne ablöten. Das Lötpad vorne rechts ist der Antennenausgang, links dabeben kann Masse abgegriffen werden.


Dann fix eine Cloverleaf nach der eigenen Anleitung aus Stahldraht zusammengelötet. Das Coaxialkabel ist vergleichsweise sehr dünn, dafür aber leicht, gut biegsam und nicht ganz optimal für 5.8Ghz, was aber auf 1-2cm länge zu verkraften sein sollte.
Das Coaxkabel soll aus der Kamera nach hinten raus führen, die Schirmung muss aber ans hintere Lötpad. Also die Schirmung verdrillt und mit einem Stück Schrumpfschlauch an der Seele vorbeiführen.


Vorsichtig dran löten und das wars auch schon. Der Heißklebetropfen ist dringend notwendig, da das Lot nicht so ganz feste hällt.


Fazit: Um längen besser.


Anfang 2014 gab die Kamera so langsam ihren Geist auf. Zuerst verschwand die Farbe aus dem Bild, FPV war aber dennoch in schwarzweiß möglich.
Nachdem dann aber das Bild erst nach mehrmaligen ein/aussteck versuchen gesendet wurde und später zusätzlich ein starker Gelbstich mit Überbelichtung hinzukam, war das Teil nicht mehr wirklich zu gebrauchen. Durch Gegentesten mit den Bauteilen der ersten (defekten) CM205 vermute ich, dass das Kameramodul vorne einen weg hat. Leider sind beide defekt, wesswegen ich wohl eine dritte kaufen muss.