Mastech MS8229 Multimeter RS232 Logging


Seit einiger Zeit verwende ich für meine heimischen Bastelaktionen ein günstiges Multimeter von Mastech.
Dabei hab ich kürzlich erst von der Möglichkeit erfahren, die Daten seriell herauszubekommen und am Rechner zu loggen. Drauf gekommen bin ich durch hw2sw.com, weitere Quellen: "Unlocking RS232 output from your multimeter" on flashingleds.wordpress.com "Unlocking multimeter RS232 output" on flashingleds.com und "Mastech MS8229 RS232 Hack" on eevblog.com
Es werden lediglich ein Optokoppler und ein paar Widerstände sowie Stecker und Kabel benötigt. Statt der RS232 Schnittstelle hab ich einen FTDI Serial-USB konverter verwendet.

Hier das Mastech MS8229. Die dunkelgrüne Hülle wird zuerst unten abgelöst. Danach kann das innere Gehäuse nach vorne hin herausgezogen werden.


Hier der Blick ins innere. Das Bild half mir sehr, beim anschließenden Zusammenbauen. Hier auch noch das Bild der Platinenrückseite. Die Platine muss für den Mod allerdings nicht ausgebaut werden, was die Sache deutlich vereinfacht.


Unter dem schwarzen Blob verbirgt sich der Hauptchip, ein "Fortune Semiconductor FS9721-LP3" (Quelle: http://www.eevblog.com/forum/projects/mastech-ms8229-rs232-hack/, 14.3.2015).
Da es bereits eine gute Anleitung zu diesem Mod auf hw2sw.com gibt, möchte ich hier nur das beschreiben, was ich anders gemacht habe.
Datenblatt: FS9721-LP3
Als Optokoppler hab ich den genommen, der gerade da rumlag. Ist ja kein kritisches Bauteil. Den Vorwiderstand für den Optokoppler musste ich dabei auf 100 Ohm verringern. Am Ausgang des Optokopplers dann einen Pullup angelötet und fertig.


Ein 9 Poliger SUB-D Stecker war mir einfach zu Klobig, also hab ich dezend eine Buchsenleiste in der linken Seite des Gehäuses versenkt. Die beiden äußeren Kontakte sind die des "Schalters", welche bei Kurzschluss die RS232 Ausgabe des Multimeters aktivieren. Die mittleren drei Kontakte sind mit Masse (schwarz), VCC und Signal des Optokopplers verbunden.


Etwas Heißkleber sichert die Leiste vor dem Herausrutschen.


Mit einem kurzen Adapterkabel auf standart FTDI Adapter Belegung wird das Multimeter dann angeschlossen.


Die Software zum Loggen: DMM Data Logger
Das Programm ist zwar noch verbesserungswürdig (Bezogen auf Version 1.1), tut aber das was es soll.
Die Werte werden 3 mal pro Sekunde vom Multimeter gesendet, mehr ist nicht drin. Es lassen sich also nur Langzeitbetrachtungen durchfüren.


Hier mal als Anwendungsbeispiel die Entladekurve eines kleinen Kondensators (100nF oder 10nF war das glaub ich) am Multimeter.
Bei der Messung im linken Bild war das Gerät im Autorange modus. Beim Wechsel des Anzeigebereichs (hier von V auf mV und andersrum) wird kurzzeitig der Wert 0 gesendet, was die Spitzen im linken Bild erklärt. Besser sieht es rechts mit festen Messbereich aus.


Ob es sich lohnt das nächste Multimeter nach dieser Eigenschaft auszusuchen bezweifel ich. Wer allerdings das Mastech MS8229 oder eines der anderen mit RS232 Ausgabemöglichkeit bereits besitzt kann mit diesem Mod dem Gerät sehr einfach ein weiteres Feature verleihen.

Lipo

Immer wenn ich das Multimeter nutzen wollte war es gerade leer. In meinem 2/4-Fach AAA lader kann ich die nötigen 3 AAA Akkus nicht in einem Vorgang aufladen. Abgesehen davon bin ich bisher mit diesem eher günstigen Multimeter sehr zufrieden.
Die Spannung von drei Mignon Zellen entspricht in etwa der eines 1S Lipo/LiIon Akkus. Hinzu kam, dass ich einen 1S Lipo aus einem defekten Handy in die Hand gedrückt bekam. Der Akku ist sehr flach, jedoch etwas groß um in das vorhandene Batteriefach zu passen. Das hielt mich aber nicht auf dieses rauszudremeln. Zwischen Akku und Multimeter kam noch eine TP4056 Ladeplatine. Etwas Moosgummi schützt den Lipo vor scharfen Kanten im Inneren.

Alles wieder zusammengeschraubt, sodass das Lademodul im Batteriefach, oder das, was davon übrig ist, rausguckt.

Mit knapp 3000mAh ist der Akku etwas überdimensioniert (vs 800mAh der AAA Nimh Akkus). Ab etwa 3.6V beschwert sich das Multimeter über leere Batterien. Von 4.2V bis 3.6V sind es aber bei >2000mAh ein weiter weg.