Kaufbeamer Xenonmod Sharp Notevision


3 Monitore
Nachdem ich mir einen kompletten Beamer aus einem OHP und einem TFT-Bildschirm gebaut hab mußte ich doch irgendwann einsehen, daß die Hoklzkiste etwas unpraktisch und ehrlichgesagt wegen dem Holz, der 230V Spannung etc. nicht ganz ungefährlich ist.
Währen meiner früheren Recherche in Sachen Beamerbau stieß ich natürlich auch auf Beiträge zum Kaufbeamermodding.
Dabei wird ein Handelsüblicher Beamer, meist mit defekter Lampe (neukosten über 100€) oder einem defekten EVG (Elektronisches Vorschaltgerät), auf ein Kostengünstigeres Leuchtmittel umgerüstet.
Ich entschied mich für ein 55W Xenonbrenner, wie er auch bei Autoscheinwerfern eingesetzt wird.
Als Beamer ersteigerte ich einen Sharp Notevision GX-NV7XE mit defektem Leuchtmittel für sagenhafte 30€ incl. Versand.



Hier der Sharp Notevision





Nachdem ich den Lampenkäfig herausholte sah man schon am Brenner, daß dieser kaputt sein muß.


Da später das interne EVG nicht mehr benutzt wird müssen die Sicherheitßchaltungen überlistet werden. Um diese erstmal zu finden muß natürlich das Gerät geöffnet werden.


Hier ein kleiner Einblick in den Teil, wo der Reflektor eingesetzt wird.


ohne den oberen Gehäuseteil sieht man nun unmengen an Platinen, die alle übereinander angebracht sind.


Leider befindet sich das Netzteil mit EVG ganz unten, wozu alle Platinen Stück für Stück ausgebaut werden müßen.
Dabei sollte man, wie ich, bei jeder Ebene ein Foto machen, da man sonst beim Zusammenbauen keine Ahnung hat, wo die Schrauben und Kabel nun drin waren.


Hier sieht man zwei Schalter, die die komplette Stromzufuhr unterbrechen, wenn der Deckel am Lampenkäfig nicht angeschraubt ist.


Nach dem Lösen einiger Schrauben konnte ich nun den Leuchttunnel herausnehmen.


So konnte ich nun meinen ersten Blick in das innere eines DLP-Beamers werfen.


Hier sieht man den DMD-Chip, welcher das Bild erzeugt.


Das Farbrad hab ich dann bei der Gelegenheit auch einmal ausgebaut und von dem angesammelten Staub befreit.


Dann gings weiter ans Platinenausbauen.


Als dann endlich alle Platinen raus waren, hielt mich nur noch ein Metallgitter davon ab, einen Blick auf das Netzteil zu werfen.


Und hier nun das Netzteil (obere Teil) und das EVG der original Lampe (untere Teil).
Vom EVG fürt ein 3-Adriges Kabel (unten links im Bild) zu einer der oberen Platinen.


Dieses führt direkt zu zwei optokopplern. Einer teilt der Hauptplatine mit, daß die Lampe ordnungsgemäß gestartet ist,
der andere startet das EVG, sobald er Strom von der hauptplatine bekommt (ca. 3V).


Nun konnte ich den optokoppler, welcher der Hauptplatine mitteilt, daß das EVG funktioniert, brücken.
Also Beamer wieder zusammengeschraubt, eine Taschenlampe in dem Lampenschacht gehalten und durch das objektiv in dem Beamer geguckt.


Da der Beamer wunderbar funktionert, ging es nun dem originalbrenner an den Kragen.


Dieser muß vorsichtig aus dem Reflektor entfernt werden, damit an seine Stelle der neue Xenonbrenner paßt.
Der Gips, der die Lampe hält, muß sorgfältig z.B. mit einem Schraubenzieher abgekratzt werden.


Wenn der Gips entfernt ist, sollte der Brenner nur noch von einem Draht im inneren des Reflektors gehalten werden.


Diesen kann man entfernen indem man das Schutzglas vom Reflektor entfernt und den Draht herausfädelt, oder
wenn wie bei mir das Schutzglas zum verrecken nicht loslaßen will mit einer Zange den Draht im inneren Abknipst, sodaß der Brenner durch das untere Loch paßt.


Da der originalbrenner nun raus war, mußte ein neuer her.
Also bestellte ich bei XenonBeamer.de für 50€ ein 55W Xenon Set.


Hier der neue Xenonbrenner


Als erstes hieß es natürlich Testen. Also PC Netzteil mit 10A auf 12V am EVG angeschloßen und mit genügend Respekt vor den 23000 Volt gezündet.
Zu meinem Vorteil lief alles Reibungslos. Allerdings sollte man darauf achten, keine zu dünnen Kabel zu nehmen (mein erster Test fand mit Krokoklemmen statt), da deren Kabel bei dem Stromverbrauch doch sehr heiß werden können.


Damit der Brenner in den Reflektor eingebaut werden kann, mußte der Draht an der Seite abgeknipst ..


und dann nach oben gebogen werden.


Nun ließ sich der Brenner von unten in den Reflektor stecken und der Draht durch das dafür vorgesehene Loch stecken.


Mit einem zurechtgebogenen Stück Alu baute ich eine Halterung, die den Sockel des Brenners am Reflektorkäfig hält.


Der Draht am Ende des Reflektors bekam eine nachte Lüsterklemme.
Das Schwarze Kabel führt dann wie gehabt zum EVG.


Da der Reflektor im Betrieb extrem heiß wird, und auch keine Funkten überspringen sollen, umhüllte ich das Kabel mit einem Gewebeschlauch (oder sowas in der Art), der am originalbrenner war.


Da der Brenner nun viel weiter nach hinten rauskommt, mußte ein teil des Gehäuses ausgesägt werden.


Nun konnte der Lampenkäfig wieder eingesetzt werden.


Deckel wieder drauf und getestet.
Der Brennpunkt liegt bei fast allen Beamern sehr weit hinten.
Am besten man testet verschiedene Positionen aus und mißt die helligkeit des Beamers mit einem Luxmeter.


Zum Testen liegt wieder mal alles so lose rum


Da das überbrücken des optokopplers eine eher ungeeignete Methode ist, verlängerte ich das Kabel.


Nun kann der Beamer das PC-Netzteil über einen weiteren optokoppler starten. Somit läuft die Lampe bei überhitzung oder sonstigen kritischen Fehlern nicht einfach weiter.


Um das EVG vom Netzteil mit Strom zu versorgen nahm ich zwei PC-Stromadapter (waren günstiger als 4Pin Molex Stecker einzelnd zu kaufen) und verbund sie mithilfe einer Lüsterklemme mit dem EVG.
Ich fand es besser den Strom von zwei verschiedenen Leitungen zu nehmen, da im Betrieb ein Strom über 5A fließen wird. Sicher ist sicher.



Weiter